Dienstag, 12. September 2017

07. September 2017 07:00 Uhr

Landkreis

Diese Äpfel sind bald Mangelware

Die Mostereien stellen sich angesichts der schlechten Ernte auf wenig Arbeit ein. Auf dem Wochenmarkt klagt ein Händler über massive Ausfälle – auch bei anderen Früchten. Von Franziska Wolfinger und Ariane Attrodt

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Josef Rathgeb aus Burlafingen verkauft auf dem Neu-Ulmer Wochenmarkt vor allem Früchte aus heimischem Anbau – wie diese Äpfel. Um diese vor Frost zu schützen, ist er manchmal auch nachts in Aktion.
Foto: Andreas Brücken

Herbstzeit ist Apfelzeit. In manchen Jahren wissen Obstbaumbesitzer gar nicht, wohin mit den süßen, manchmal auch etwas sauren Früchten. Doch dieses Jahr sind Bäume, deren Äste sich unter der Last der reifen Äpfel in Richtung Boden biegen, ein seltener Anblick. Weil es schon im März milde Temperaturen gab, begann bei vielen Obstbäumen die Blüte schon sehr früh. Frost im April führte dazu, dass die empfindlichen Blüten zum Teil erfroren sind. Auch Unwetter im Sommer haben den Früchten zugesetzt. Das hat Folgen für Händler und Kunden.

Josef Rathgeb aus Burlafingen, der auf dem Neu-Ulmer Wochenmarkt vor allem Produkte aus eigenem Anbau verkauft, betont: „Dieses Jahr ist nicht gut gelaufen.“ Er fügt hinzu: „Dort, wo ich keine Frostberegnung gemacht habe, ist die Ernte gleich Null.“ Frostberegnung, das bedeutet, das Rathgeb nachts zu den Obstbäumen fährt und sie von oben sozusagen gießt. Dann bildet sich eine dünne Eisschicht um die Blüten – und das ist gut, weil die Temperatur im Inneren dann höher sei als die der Luft.

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Ein ungeheurer Aufwand: Auf ein Uhr nachts stellte sich Rathgeb den Wecker, überprüfte die Außentemperatur – und machte sich, wenn Minusgrade herrschten, an die Arbeit. Doch auch mit dieser Methode habe sich insgesamt nur ein Viertel des Ertrags an Äpfeln retten lassen. Doch auch bei anderen Früchten musste Rathgeb Einbußen hinnehmen. Nur 30 bis 40 Prozent Ertrag an Zwetschgen, bei den Birnen sind es gar nur fünf Prozent. „Das war ein ganz großes Drama dieses Jahr.“

Martina Blessing ist Chefin bei der Gärtnerei Blessing aus Neu-Ulm, die ebenfalls mit einem Stand auf dem Neu-Ulmer Wochenmarkt vertreten ist. Äpfel hat Blessing auch im Angebot. Sie bezieht die Früchte aus der Bodenseeregion. Sie weiß: „Die Stimmung ist allgemein getrübt.“ Vor allem, weil man sich ja trotz der schlechten Ernte um die Obstbäume kümmern müsse. „Das schlägt sich natürlich im Preis nieder“, sagt Blessing. Das stoße allerdings auf Verständnis bei den Kunden – zumindest auf dem Wochenmarkt, dessen typische Besucher ein anderes Bewusstsein an den Tag legten.

Johannes Mayer, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Pfuhl-Offenhausen, ist angesichts der schlechten Ernte, davon überzeugt, dass heuer viel weniger Früchte in der Pfuhler Mosterei abgegeben werden. Er rechnet mit etwa zehn Prozent der üblichen Menge. „Teilweise gab es ja Totalausfälle.“ Für gewöhnlich öffnet die Mosterei im September und Oktober. „Es kommt aber auch darauf an, wie lange es dieses Jahr noch genug Obst gibt“, sagt Mayer.

Etwas optimistischer ist Christian Dreier aus Unterroth. Er betreibt seit 2013 eine mobile Saftpresse, mit der er auf jeden Fall auch in diesem Jahr unterwegs sein wird. Der genaue Terminplan richte sich nach den Kundenanfragen, sagt er. Wie viele Leute heuer tatsächlich kommen werden, könne er noch nicht genau abschätzen. Dreier war – wie Martina Blessing – ebenfalls schon in Kontakt mit den Händlern am Bodensee. Er stellt in seiner mobilen Presse Saft aus den Äpfeln der Obstbauern zum Verkauf in Supermärkten in der Region her.

Dreier hat erfahren, dass zumindest das Angebot bei Mostobst nicht so schlecht ist wie bei den Äpfeln, die zum Verzehr angeboten werden. Durch Unwetter und Hagel hätten viele Äpfel Druckstellen oder andere Makel bekommen. „Das Obst ist an sich in Ordnung, aber einfach nicht mehr für den Verkauf geeignet“, sagt Dreier.

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